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Rechtliche Betreuung

Unsere Betreuungsstelle
Überwiegend wird die rechtliche Betreuung von ehrenamtlichen Betreuern wahrgenommen. An der Stelle an der keine geeignete private Person (Angehörige, Bekannte)  gefunden werden können, wird vom Amtsgericht ein Berufs- oder Vereinsbetreuer eingesetzt.

 

Grundsätzlich wird eine Betreuung dann eingerichtet, wenn ein volljähriger Mensch die Angelegenheiten rund um sein Leben nicht mehr selbst bewältigen kann und sich selbst auch diese Unterstützung wünscht. Dabei gilt der oberste Grundsatz: „Keine Betreuung gegen den Willen des Betroffenen!“ Dieses Recht findet seinen Grundgedanken bereits im Grundgesetz und wird im Betreuungsrecht konsequent umgesetzt.

 

   Betreuer   Betreuerin


Eine Einschränkung sollten wir an dieser Stelle erwähnen: Ist jemand nicht mehr in der Lage, seinen Willen frei zu äußern und/oder ist sein Leben in Gefahr, dann wird die Betreuung über eine einstweilige Anordnung vorläufig beschlossen. Als Zeitraum werden zunächst höchstens sechs Monate beschlossen. Die Einschätzung, ob jemand noch „Herr seiner Sinne ist“ wird über den Richter des Amtsgerichts getroffen, der sich dafür sachkundiger Hilfe (Arzt) bedient.

 

Betreuerin   Betreuer   Betreuerin


In dem Falle, dass ein Vereinsbetreuer für diese verantwortungsvolle Aufgabe herangezogen werden soll, stehen dafür in unserem Verein sechs Vereinsbetreuerinnen und zwei Vereinsbetreuer zur Verfügung. Unser multiprofessionelles Team setzt sich unter anderem aus Sozialarbeiter /Sozialpädagogen und Juristen zusammen. Der Austausch, der durch diese Vielfalt an Erfahrungen stattfinden kann, ist eine Bereicherung für die Arbeit und ermöglicht dabei gute Lösungen für unsere Betreuten. Auch wenn es immer wieder Umstände gibt, die so noch nicht in unserem Verein vorgekommen sind: wir sind uns sicher, dass bei der Fülle an Lebenserfahrung und speziellen Wissen unserer Mitarbeitern Ideen zum Wohle des Betreuten entstehen und durchgesetzt werden können.


Betreuerin   Betreuerin   Betreuer

 

Gerade mit der Umsetzung des Gesetzgebers zur Stärkung der Patientenrechte ist das Thema Betreuung weiter in den Mittelpunkt gerückt. Die Menschen sind weiter aufgefordert sich mit dem Thema eines selbst bestimmten Lebens zu beschäftigen. Soweit sich dabei herausstellt, dass im Umfeld bei der speziellen Gestaltung von Bereichen kein Bekannter oder Verwandter für die Wahrnehmung dieser verantwortungsvollen Aufgaben in Frage kommt, kann die professionelle Hilfe durch unseren Verein eine Alternative dazu darstellen. Sie können gerne im Vorfeld zu uns Kontakt aufnehmen und sich beraten lassen.

 

 

 

Immer wieder finden sich rund um das Thema Betreuung sehr menschliche Fragen, die an dieser Stelle nicht unbeantwortet bleiben sollen.
 

Betreuung bedeutet doch immer eine Entmündigung, oder?
An die Stelle von Entmündigung oder Vormundschaft trat mit der Gesetzesreform vom 1. Januar 1992 die Betreuung als Rechtsfürsorge zum Wohl des betroffenen Menschen. Die Wünsche des Betreuten sollen, soweit diese dem Wohl nicht zuwiderlaufen, immer Berücksichtigung finden. Dies heißt auch, dass nicht über den Kopf des Menschen hinweg entschieden werden darf. Alle anstehenden Entscheidungen müssen gemeinsam besprochen werden, soweit dies möglich ist.

Wie kann ich eine Betreuung anregen und für wen?
Eine Betreuung kann bestellt werden, wenn bei einem Volljährigen eine Hilfsbedürftigkeit aufgrund einer psychischen, geistigen, seelischen und/oder körperlichen Erkrankung besteht und er seine Angelegenheiten nicht selber besorgen kann (§ 1896 Abs.1 BGB).
Eine Betreuung kann beim zuständigen Amtsgericht/ Betreuungsgericht beantragt (durch Betroffene selbst) bzw. angeregt (durch Angehörige, Freunde, Nachbarn) werden. Es findet immer auch ein ausführliches Gespräch (Anhörung) mit dem Richter und dem Betroffenen, für den eine Betreuung beantragt wird, statt. Im Gespräch wird nach einer nahestehenden Person, Familienangehörige oder Bekannte (natürliche Person) gefragt, die die Betreuung ehrenamtlich übernehmen könnte. Wird keine vertraute Person für die Betreuung genannt, oder hat sich die nahestehende Person für den erforderlichen Umfang als nicht geeignet erwiesen, dann werden Vereins-, Berufsbetreuer beauftragt (bestellt).

Ein Formular für die Anregung einer Betreuung finden Sie unter:

www.ag-zossen.brandenburg.de

Welche Aufgaben hat denn überhaupt ein Betreuer?
Das Gericht beauftragt den Betreuer (gesetzlicher Vertreter) nur mit Aufgabenkreisen, die notwendig sind. Dies können z.B. die Vertretung vor Behörden und Institutionen, das Geltendmachung von Rechten (Sozialleistungen), die Gesundheitssorge, die Vermögenssorge, oder auch die Unterstützung bei Wohnungsangelegenheiten etc. sein. Diese Aufgabenbereiche werden solange unterstützt, bis der Betroffene wieder selbst in der Lage ist, diese zu regeln.

Wer bezahlt den die Kosten für eine Unterstützung durch einen Betreuer, wenn ich kein Geld habe?
Wenn Ihr Vermögen als Alleinstehende(r) die Grenze von 5.000 EUR nicht übersteigt, werden die Kosten einer rechtlichen Betreuung von der Staatskasse bezahlt.

Betreuer sind doch alle Betrüger, die können doch mit dem Betreuten machen was sie wollen, oder!!?
Schwarze Schafe gibt es leider in jeder Berufsgruppe. Ehrenamtliche Betreuer, Vereins- und Berufsbetreuer werden vom Gericht überprüft. So sind Betreuer verpflichtet jährlich Nachweise über getätigte Einnahmen und Ausgaben (Rechnungslegung) darzulegen, ebenso wird jährlich ein Bericht über den Betreuungsverlauf eingefordert. Bei auftretenden Schwierigkeiten oder Vorkommnissen kann auch immer eine Beschwerde beim zuständigen Gericht eingereicht werden. Hier wird der Betreuer zur umfassenden Stellungnahme aufgefordert, zugleich findet eine Anhörung des Betroffenen statt. Einige Angelegenheiten, die große Auswirkungen auf den Betreuten haben, wie z.B. eine Wohnungsauflösung, müssen zudem vorher vom Betreuungsgericht genehmigt werden. Sollte dies unterbleiben, und der Betreute erlangt dadurch Nachteile, so haftet der Betreuer. Bei Vereinsbetreuern kommen außerdem die Geschäftsleitung sowie der Vorstand ihrer Aufsichts- und Kontrollpflicht regelmäßig nach.

Hilft mir mein Betreuer beim Anziehen und geht er mit mir einkaufen?
Nein! Der Betreuer ist immer nur ein gesetzlicher Vertreter und nicht ein persönlicher Betreuer für Pflege und Versorgung. Es gehört aber zu den Aufgaben eines Betreuers mögliche Hilfsangebote zu finden und diese zu organisieren / zu beauftragen, um eine Entlastung beim Betroffenen herbeizuführen.

Kann sich meine Tochter als meine Betreuerin bei Fragen an den Betreuungsverein wenden, auch wenn ich selbst nicht dort betreut werde?
Das Finden und Anleiten ehrenamtlicher Betreuer liegt uns am Herzen. Gern können Sie bei Fragen und/oder Schwierigkeiten einen Termin für ein umfassendes Gespräch vereinbaren.

Sollten Ihnen noch Fragen einfallen, von denen Sie denken, dass wir Ihnen dabei helfen können, dann nehmen Sie zu uns Kontakt auf.